Der Wal und unsere Gesellschaft….
- Christiane Burghoff
- 12. Apr.
- 4 Min. Lesezeit
Zumindest in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ist der gestrandete Wal seit Wochen wohl in aller Munde. Jeder hat es mitbekommen und auch im Rest des Landes und sogar über die Landesgrenzen hinaus ist dieser Vorfall und die ganze Situation drum herum, bekannt und heiß diskutiert.
Ich selbst musste mich daraus etwas zurückziehen, da mich das alles zu sehr aufwühlt und es mir selbst dadurch schlecht ging.
Zu Beginn habe ich täglich und sogar beinahe stündlich nach Updates geschaut und fand es wirklich erstaunlich was die Freiwilligen Helfer in Niendorf bei der 1. Strandung geleistet haben. Gemeinsam wurde alles Mögliche getan um den Wal aus seiner misslichen Lage zu befreien.
Doch so begeistert ich davon war, umso enttäuschter wurde ich mit jedem Tag der verging und nach der 2. Strandung, gefühlt leider gar nichts mehr unternommen wurde um dem Tier zu helfen.
Stattdessen wurden Schuldige gesucht, wenn nicht sogar ein spezieller Schuldiger, dem man alle Verantwortung und sämtliches Fehlverhalten zuweisen konnte. Jeder zeigt mit dem Finger auf andere, aber niemand scheint mal das eigene Verhalten zu reflektieren.
Nach Außen wirkt es so, als wolle man dem Tier nicht helfen, sondern überlässt es seinem Leid und diskutiert auf seinem Rücken aus, wer aus der Situation den höchst möglichen Profit ziehen kann.
Der einzige, der aktiv helfen wollte, der als einziger am Tier selbst „gearbeitet“ und gehandelt hat, wird nun zum Verurteilten. Inzwischen wird sich mehr darauf konzentriert Schuldzuweisungen auszusprechen und Betroffene medial zu „zerfleischen“ als dem Tier zu helfen und eine Lösung zu finden.
Der Wal und seine „Reise“ in die Ostsee und sein Zustand zeigen per sé schon auf, wie wir Menschen mit unserer Umwelt und speziell mit unseren Meeren umgehen und verdeutlicht durch aktuelles Verhalten, wie wir Menschen miteinander umgehen.
Die Umstände für seine Verirrung können nur spekuliert werden, aber diverse Netze, die ihn umwickelt hatten und sich in seinem Maul befinden, sprechen wohl leider für sich!
Das Ganze nun auszusitzen, auf den Tod des Tieres zu warten, damit diverse Institutionen ihr Geld daran verdienen können, scheint also die finale Entscheidung zu sein und als einziger Ausweg „verkauft“ zu werden und alle Lösungsvorschläge werden im Keim erstickt oder als „falsch“ an den Pranger gestellt?
Ich habe meine eigene Meinung dazu, so wie ihr ganz sicher wohl auch! Zeigt der Wal uns ( und mit uns meine ich unsere Gesellschaft ) einen Spiegel vor? Zeigt er uns auf, was wir bessern, ändern und vor allem bei uns selbst mal reflektieren und hinterfragen müssen?

Beispielfoto eines Buckelwals ( lizenzfrei aus pixabay.com )
Im spirituellen Kontext wird eine Walstrandung sehr symbolisch gedeutet.
Wale stehen für Gefühle und das Unterbewusste!
So wie der Wal aus aus dem Wasser ( seinem natürlichen Element ) gerät, kann das bedeuten, dass auch wir als Gesellschaft, gerade „nicht am richtigen Platz“ sind.
( das aufzuschlüsseln, würde wohl zu politisch werden, aber ich denke hier kann jeder selbst interpretieren )
In manchen spirituellen Deutungen wird eine Strandung als „Opfer“ gesehen, das auf einen Wandel hindeutet.
Vielleicht, und ich hoffe das wirklich sehr, ist der Wal das Opfer das nötig ist/war, damit wir als Gesellschaft mal wach gerüttelt werden! Frei nach dem Motto
„werdet endlich wach und werdet nachsichtiger, respektvoller und achtsamer mit euch, mit eurem Umfeld und mit eurer Umwelt!“
Dort wo keine gesunde Umwelt herrscht, können auch wir nicht gesund sein und leben.
Jeder kann etwas tun, jeder kann in seinem Maße etwas dazu beitragen dass wir diese Welt ein kleines bisschen besser und wieder gesünder machen!
-Denkt vielleicht beim nächsten Fischbrötchen daran, wo es herkommt, wisst es wert zu schätzen und schmeisst den Rest nicht den Möwen hinterher!
Grundsätzlich gilt „bitte keine Wildtiere füttern!“
( fed animals are dead animals / Übersetzung: gefütterte Tiere sind tote Tiere )
In Bezug auf Wildtiere!
-Denkt bei der Zigarette am Strand daran euch einen kleinen Taschenaschenbecher zu kaufen und werft den Kunststofffilter bitte nicht ins Wasser oder in den Sand!
-kann vielleicht die eine oder andere Einweg Plastikflasche oder -verpackung ersetzt oder gar weggelassen werden?
-muss es das 4€ Shirt aus 90% Plastik sein oder gönnt man sich vielleicht doch mal was hochwertigeres, was man nicht nach 3x waschen wegschmeissen muss und dazu einen "kleineren" CO2 Abdruck hinterlässt?
Wir haben keinen Ersatz Planeten und wir sind alle verantwortlich.
Wir sind das Vorbild, an dem sich unsere Kinder orientieren und hinterlassen Ihnen das was wir eben gerade tun…
Keiner ist perfekt, und ich erst recht nicht, aber wenn jeder ein bisschen bewusster is(s)t, dann ist doch schon viel getan :)
Hier noch ein paar nette Tipps und Anregungen, vielleicht schaut der eine oder andere einfach mal rein :)
www.bracenet.net ( Meere retten durch Upcycling ; Armbänder und andere Accessoires aus Geisternetzen und der Erlös kommt den Bergungsfahrten von Sea Shepherd etc zu Gute!)
( Spenden oder eine Patenschaft übernehmen )
www.nabu.de/siegel-check ( hilft ökologisch unbedenkliche Produkte zu finden )
www.gewaesserretter.de ( auch als App erhältlich, es können Reinigungsaktionen und Müllfunde dokumentiert werden )
www.airpaq.de (Upcycling aus Autoschrott! , tolle Rucksäcke, Hip Bags usw. , schaut mal rein!)
Und ich bekenne mich „schuldig“ dass ich seit der ganzen „Wal-Debatte“ großer Fan und Unterstützer von Robert Marc Lehmann geworden bin. In meinen Augen ein echter und herzensguter Umwelt- und Tierschützer. Dort sieht man wo das Geld hingeht und was damit geleistet und gerettet wird ( auch auf seinem YouTube Channel ).
In dem Sinne….
Die Welt ist es wert gerettet zu werden!