(Wie) Kann ich erkennen ob mein Hund Schmerzen hat?
- Christiane Burghoff
- 27. Juni
- 5 Min. Lesezeit
Mir liegt die Gesundheit und das Wohlergehen unserer Vierbeiner sehr am Herzen und ich bin weiß Gott nicht allwissend ( das ist niemand ;) ) , aber wenn ich das ein oder andere weitergeben kann und dadurch der ein oder anderen Fellnase geholfen werden kann, dann ist doch schon ganz viel Gutes getan!
Ich glaube, wir alle müssen ( wieder ) lernen au unseren Instinkt zu hören, auf unser Bauchgefühl zu achten und es auch wahr- und vor allem ernst zu nehmen. Im Laufe der zeit und unserer Entwicklung und durch unsere Gesellschaft geht das leider verloren, bei dem einen mehr bei dem anderen weniger.
Wenn ihr, egal in welcher Situation oder in welchem Zusammenhang, ein komisches Gefühl gehabt, irgendwas in eurem Innern das euch sagt „ da stimmt was nicht“ , „irgendwas passt hier nicht“ dann hört darauf und ignoriert es nicht!
Wir sind leider viel zu „verkauft“ und denken logisch und müssen alles verstehen, erklären und begründen, das ist der Grund warum viele mich belächeln wenn ich erkläre wie die Tierkommunikation funktioniert. Natürlich ist es sicherlich auch eine Art des Glaubens, aber Tief im Innern wissen wir doch alle dass es zwischen Himmel und Erde auch etwas gibt, das man nicht greifen, nicht erklären und auch nicht verstehen kann, ehe wir selbst für immer die Augen schließen.
Hört auf euer Herz! Eines meiner Lieblingszitate lautet
„ Man sieht nur mit dem Herzen gut, denn das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar!“ ( Antoine de Saint-Exupéry )

Genauso ist es auch bei unseren Tieren, seid achtsam und sensibilisiert eure Wahrnehmung, dann verpasst ihr nichts mehr…
Ich beschreibe es am Beispiel Hund, da ich mein Wissen und meine Erfahrung an und bei Ihnen als am besten empfinde.
Niemand außer euch selbst, kennt den eigenen besser als als ihr! Wenn du den Eindruck hast, das irgendwas anders ist als sonst, dein Hund sich anders verhält als sonst, dann weißt du das auch irgendwas bei ihm los ist. Dann gilt es nur herauszufinden was es sein könnte, es muss ja auch nicht immer etwas lebensbedrohliches oder sehr schlimmes sein, aber Hunde zeigen in der Regel Ihr Unwohlsein oder Schmerzen nur sehr zögerlich oder dezent wenn man das so nennen kann. Natürlich ist jeder Hund einzigartig und sehr individuell, so wie wir Menschen das auch sind, aber grundsätzlich gilt das sie es sich nur sehr schwer anmerken lassen wenn es Ihnen schlecht geht. Das hat erstmal instinktive Gründe, denn wer schwach und z.B. verletzt ist, ist eben auch leichte Beute.
Die Titelfrage „ (Wie) kann ich erkennen ob mein Hund Schmerzen hat?“
würde ich gern an ein paar Punkten zusammenfassen und betone gerne nochmal das dies kein Leitfaden ist aber eine Hilfe sein kann und eine Ermutigung auf sein eigenes Bauchgefühl zu hören!
1.Übliche Routinen/Abläufe werden nicht mehr befolgt oder eingehalten
-Euer Hund liegt Abend oder über Nacht immer in seinem Körbchen aber plötzlich meidet er es und liegt gar nicht mehr an seinem bisherigen Lieblingsplatz?
( Möglich das ihm das Liegen darin mittlerweile Schmerzen bereitet, es ihn irgendwo drückt und deswegen nicht mehr dort liegen möchte )
-normalerweise steht er morgens schon aufgeregt parat wenn der morgendliche Spaziergang endlich losgehen soll aber nun bleibt er liegen oder lässt sich nur schwer motivieren?
( vielleicht fällt ihm das Aufstehen schwer oder das Laufen ist ihm eben unangenehm und er hat deswegen keine Lust) -> auch hier gibt es diverse Gründe, von Bauchschmerzen über einfaches Unwohlsein von Hitze o.ä. Die Frage bzw. wichtig ist, wienlange hält dieses Verhalten an? Ist es nur an einem Tag und am nächsten wieder verschwunden scheint alles wieder in Ordnung. Ist es aber nun täglich so oder in unregelmäßigen Abständen immer wieder aufkommend, dann scheint mehr dahinter zu stecken.
-das Leckerli wird plötzlich nicht mehr genommen?
( auf jedenfalls kann dies ein Zeichen von Stress sein, wenn er es später oder in einer anderen Situation wieder annimmt, dann war es evtl. der Situation geschuldet. Wenn er nun gar nicht mehr nimmt und vielleicht auch schlechter frisst, können auch durchaus Zahnschmerzen der Grund sein, oder irgendwas im Maul das ihn stört.)
-keine Lust zu spielen/zu toben?
Auch dies kann ein Hinweis sein, aber es gilt bei allen Punkten immer die individuelle Situation und andere Umstände zu sehen, anderes auszuschließen.
Vielleicht ist es zu heiß? Vielleicht hat er gerade gefressen und will einfach nicht, vielleicht stresst ihn die Situation oder oder….
Jeder Hund reagiert unter diversen Umständen anders, ich gebe nur kleine Hilfen und Hinweise!
2.Hektisches Maul lecken/ Pfoten lecken und „Hicksen“
Als neuer Hundebesitzer vor knapp 13 Jahren habe ich beim ersten Aufkommen dieser Symptome gar nicht gewusst was los ist und habe beim ersten extremen Mal nachts in der Tierklinik angerufen, da ich den Verdacht einer Magendrehung hatte. Unser Feivel war sehr unruhig, hat immer immerzu gewürgt und hat versucht zu erbrechen, daraufhin bin ich mit ihm raus bzw. bin mit ihm in den Garten gegangen, wo er dann sehr hektisch Gras gefressen hat.
Eine Magendrehung war es Gott sei Dank nicht, aber von dem Moment an wusste ich zumindest immer was los ist—> Sodbrennen!
Das kam im Laufe der Jahre leider recht oft vor, nur wusste ich dann was zu tun war. Ich hatte immer Kapseln gegen Sodbrennen paratliegen, die rein pflanzlich und mit Heilerde gefüllt waren. Diese kann man auch Hunden ( in entsprechender vorsichtiger Dosis ) geben.
Eine sehr unangenehme und schmerzliche Angelegenheit, wer selbst schonmal Sodbrennen hatte, wird es nachvollziehen können.
Wenn ihr also merkt euer Hund wird unruhig, fängt an zu lecken und zu würgen kann dies der Grund dafür sein aber
VORSICHT!!
Gerade bei großen Hunden ist eine Magendrehung eine ernstzunehmende und lebensgefährliche Angelegenheit und muss in dem Moment ausgeschlossen sein sonst gilt natürlich sofort eine Tierklinik aufzusuchen! ( aufgeblähter und harter Bauch, beim Versuch zu trinken bleibt nichts drin und wiederholte Versuche sich zu Erbrechen bleiben erfolglos, Hund ist unruhig und wirkt sehr schmerzerfüllt!) dann zählt jede Minute!!
Kleiner Tip meinerseits, gebt euren Hunden lieber 3 kleinere Mahlzeiten am Tag, als nur 1 Große!
Bei großen Hunden ist diese eine Portion dann dementsprechend riesig und liegt
wie ein Stein im Bauch und kann eine Magendrehung begünstigen!
3.Humpeln/wiederkehrende Lahmheit
Eigentlich ein sehr offensichtliches Anzeichen das der Hund Schmerzen hat, die Frage ist nur, hat er sich evtl. gerade nur vertreten oder ist es etwas ernsteres?
Ist es nach ein paar Schritten oder nach ein paar Minuten wieder weg, dann ist er vielleicht nur kurz umgeknickt o.ä und alles ist wieder in Ordnung. Ist es sporadisch immer mal wieder da und wieder weg, dann scheint auch etwas „größeres“ dahinter zu stecken und sollte abgeklärt werden.
Vielleicht steckt etwas in der Pfote, ist er irgendwo reingetreten? Schaut euch die Pfoten in dem Fall genau an bzw. tastet sie ab…
.Wenn möglich immer darauf achten bzw. beobachten welches Bein humpelt, ist es immer dasselbe oder wechselt es? Diese Infos sind wichtig für Tierarzt und/oder Physiotherapeut.
4.Wiederkehrendes/ständiges Kratzen
Starker Juckreiz bzw. ständiges, auffälliges Kratzen, welches eventuell noch mit einem jaulenden Äußerungen verbunden ist, kann ebenfalls ein Zeichen von Schmerz bzw Unwohlsein zeigen und kann die unterschiedlichsten Ursachen haben. Von Parasiten, über Allergie bis Ohrenentzündung o.ä , auch hier gilt genau beobachten :)
Unsere Hunde können nicht sprechen und sind darauf angewiesen, wie gut wir sie kennen und vor allem lesen können!
Schaut euren Hunden einfach mal beim Spazierengehen auf die Beine bzw. schaut euch den ganzen Körper! mal an, wie läuft er in den verschiedenen Gangarten? Sieht alles normal aus?
Und wenn ihr grundsätzlich das Gefühl habt das etwas nicht in Ordnung ist, versucht herauszufinden wo der „Casus Knacksus“ liegt, geht auf Spurensuche :)

Tastet eure Hunde mal langsam ab, fühlt sich etwas anders an? Ist es irgendwo dick oder warm? Reagiert euer Hund wenn ihr eine bestimmte Stelle berührt oder Druck ausübt? Alles was ihr herausfindet kann dem Tierarzt später helfen und eurem Hund sowieso :))
Hört immer auf euer Bauchgefühl, niemand kennt euren Hund besser als ihr selbst!



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